ELAVATION-Blog#4 - Wie die Natur mit mir spricht und mir hilft

05.04.2021

Kurze Geschichte, wie die Natur mit mir spricht und mir hilft:

Vor einiger Zeit ging im Wald spazieren und fragte den Wald, ob er mir helfen kann bzw. ob er eine Botschaft für mich hat.

Mir stachen die vielen Zapfen am Boden in die Augen. Ich konzentrierte mich auf sie und die Zapfen vermittelten mir ein sehr fröhliches, zufriedenes Gefühl. Sie "sagten", dass es ihnen gut geht und dass sie sich auch gut fühlen, auch wenn sie hier so teilweise halbverrottet auf dem Boden liegen.

Ich bemerkte sofort, dass das mit meiner momentanen Situation zu tun hat, weil ich gerade erkältet war und mich nicht gerade fit, energiegeladen, begeistert und motiviert fühlte. Ich war richtig matsch und konnte mich nur schwer überwinden, überhaupt spazieren zu gehen. Mir wurde aber in diesem Moment bewusst, dass eigentlich immer, wenn ich krank bin, ich mich schwach und matsch fühle, ich mich selbst verurteile und mich dafür schäme, dass es mir schlecht geht, weil ich es nicht schaffe, Gesundheit und Wohlbefinden dauernd aufrecht zu erhalten. Das zweite negative Gefühl dabei war eine Art Verzweiflung, weil sich irgendwo der Gedanke festgesetzt hatte, dass ich nie dauerhaft gesund und glücklich werden kann, weil ich ja schon so viel dafür getan habe, alles Mögliche versucht habe und es anscheinend einfach aussichtslos ist. Dass das nicht stimmt, war mir zwar in meinem Denken irgendwie klar, jedoch gab es da noch ein unbewusstes Muster irgendwo in mir, welches es immer wieder schaffte, mich in solchen Situationen schlecht und nicht gut genug fühlen zu lassen. Selbstmitleid breitete sich aus und ich durfte wieder leiden....

Die Zapfen halfen mir genau das in mir zu heilen, indem sie mich erkennen und spüren ließen, dass es genauso gut und wichtig ist, mal schwach auf dem Boden zu liegen, wie gesund und stark nach oben zu sprießen. Das ist der normale Kreislauf allen Lebens! Wenn es die verrottenden Zapfen auf dem Boden nicht gäbe, könnte kein guter Boden entstehen für die anderen Bäume, bzw. keine neuen Bäume wachsen aus den Samen der Zapfen. Du bist immer, in jeder Situation völlig gleichwertig, gleich wichtig! Egal, ob du gerade "nur" verrottest, ein neuer Baum aus dir entsteht oder du frisch auf dem Baum wächst. Das eine ist ohne das andere nicht möglich.

Auch inneres Wachstum, Heilung und Stärke sind nicht möglich, ohne die Zeiten von Schwäche, Stagnation, Krankheit.... Diese Dinge nicht mehr negativ, sondern als Entwicklungs- und Lernmöglichkeiten zu erkennen, ist dabei die wichtigste Voraussetzung für die Weiterentwicklung.

Seit diesem Tag weiß ich, dass ich auch in solchen vermeintlich schlechten Zeiten, in denen ich schwach und krank bin, genauso gut und wichtig ich bin. Auch wenn uns in unserer Welt vermittelt wird, dass man sich nur strahlend, fröhlich, fit und erfolgreich zeigen darf und alles andere besser versteckt werden sollte. Sich zu zeigen, wie man wirklich ist - nicht nur seinen Körper - sondern auch sein Inneres, seine Gefühle inkl. der nicht so angenehmen, das ist eine Herausforderung, die eine große Freiheit für uns bereithält!